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Blog 2 - Wie treffe ich meine Entscheidungen?
Viele Menschen fragen mich, wie Entscheidungen im Rathaus eigentlich entstehen. Manche stellen sich vor, der Bürgermeister entscheidet einfach aus dem Bauch heraus. So ist es natürlich nicht. Hinter jeder größeren Entscheidung stehen intensive Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Amtsleitungen, Fachleuten, Gemeinderätinnen und Gemeinderäten sowie vielen Beteiligten. Es wird diskutiert, abgewogen, geprüft und manchmal auch gerungen.
Und trotzdem gibt es diesen einen Moment.
Meistens ist es spät am Abend. Das Rathaus ist ruhig geworden. Die Büros sind bereits dunkel. Ich sitze allein in meinem Büro. Vor mir liegen Unterlagen, Beschlussvorlagen oder Entscheidungen, die getroffen werden müssen.
In diesem Moment gibt es kein „Jein“. Kein „Vielleicht“. Kein „Schauen wir mal“. Am Ende gibt es nur ein Ja oder ein Nein.
Mir ist bewusst, dass Entscheidungen manchmal umstritten sind. Dass sie Diskussionen auslösen oder nicht jedem gefallen. Aber genau das gehört zu diesem Amt dazu. Mein Anspruch ist nicht, es jedem recht zu machen. Das wäre weder ehrlich noch zielführend. Mein Anspruch ist vielmehr, Entscheidungen sorgfältig abzuwägen, Verantwortung zu übernehmen und sie nachvollziehbar zu erklären. Wer eine Entscheidung versteht, muss sie nicht zwangsläufig gut finden. Aber er kann nachvollziehen, warum sie getroffen wurde.
Gerade in den vergangenen Wochen habe ich gemerkt, wie wichtig dabei Kommunikation und Wertschätzung sind. Nicht jede Entscheidung wird Zustimmung finden. Umso wichtiger ist es, die Menschen frühzeitig mitzunehmen, Hintergründe offen zu erklären und auch dann respektvoll miteinander umzugehen, wenn unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen. Wertschätzung bedeutet für mich nicht, immer einer Meinung zu sein. Wertschätzung bedeutet, einander zuzuhören, die Argumente des anderen ernst zu nehmen und sich mit Respekt zu begegnen.
Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Auch ich werde Fehler machen. Entscheidend ist für mich, offen damit umzugehen, zuzuhören und aus Fehlern zu lernen. Denn Bürgermeister zu sein bedeutet nicht, immer alle Antworten zu kennen. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig immer ein offenes Ohr für die Menschen zu haben.
Denn am Ende werden Entscheidungen nicht daran gemessen, ob sie allen gefallen. Sie werden daran gemessen, ob sie verantwortungsvoll getroffen wurden – und ob die Menschen spüren, dass sie mit Respekt, Ehrlichkeit und dem festen Willen getroffen wurden, das Beste für unsere Gemeinde zu erreichen.

