- Rathaus Bürger
- Wohnen Leben
- Freizeit Kultur
- Umwelt Bauen
- Wirtschaft Mobilität
Blog 1 - Herr Bürgermeister, ich habe nur ganz kurz eine Frage
„Herr Bürgermeister, gut, dass ich Sie gerade sehe. Ich habe nur ganz kurz eine Frage. Dauert wirklich nur zwei Minuten.“
Diesen Satz höre ich inzwischen fast täglich. Und ich muss jedes Mal schmunzeln. Denn aus den angekündigten zwei Minuten werden meistens zwanzig. Manchmal sogar noch mehr. Und ehrlich gesagt: Genau solche Begegnungen machen dieses Amt für mich aus.
Wenn ich heute auf die vergangenen Wochen zurückblicke, kommt es mir manchmal so vor, als wären Monate vergangen. Dabei ist mein Amtsantritt erst wenige Wochen her. Der Weg dorthin war intensiv – mit einem engagierten Wahlkampf, unzähligen Gesprächen an den Haustüren, Veranstaltungen, Diskussionen und schließlich der Stichwahl. Als am Wahlabend das Ergebnis feststand, war da natürlich große Freude. Aber noch stärker war das Gefühl von Verantwortung. Mir wurde in diesem Moment bewusst, wie viel Vertrauen mir die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde entgegengebracht haben. Dieses Vertrauen ist für mich jeden Tag Ansporn und Verpflichtung zugleich.
Mein erster Arbeitstag im Rathaus wird für immer einen besonderen Platz in meiner Erinnerung haben. Ich wurde mit einem Feuerwehrfahrzeug abgeholt und zum Rathaus gebracht. Dort warteten bereits die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung auf mich und bereiteten mir einen Empfang, den ich nie vergessen werde. In diesem Moment wurde mir klar: Jetzt beginnt ein neuer Abschnitt und damit auch eine große Verantwortung – jeden einzelnen Tag.
Doch meine allererste Amtshandlung waren die Maibäume. Fünf Maibaumaufstellungen standen am 1. Mai auf dem Programm. Viele haben mich später gefragt, ob das nicht anstrengend gewesen sei. Natürlich war es das. Aber ehrlich gesagt: Es hat riesigen Spaß gemacht. Ich wollte nicht nur zuschauen oder Grußworte sprechen, sondern mit anpacken. Gemeinsam tragen, heben, lachen, schwitzen – genau das macht das Miteinander in unserer Gemeinde aus. Diese Momente zeigen, was Ehrenamt bedeutet und wie viel persönliches Engagement in unseren Vereinen steckt.
Seitdem gleicht kaum ein Tag dem anderen. Gespräche, Sitzungen, Ortstermine, Vereinsjubiläen, Schulbesuche oder Veranstaltungen – jeder Tag bringt neue Menschen und neue Themen mit sich.
Und die Wochenenden? Die haben inzwischen ebenfalls einen eigenen Charakter. Früher bedeutete Wochenende häufig Freizeit. Heute bedeutet es oft Feuerwehrfest, Dorffest, Vereinsjubiläum, Jahreshauptversammlung, Sportveranstaltung, Konzert oder Bürgergespräch. Manchmal fragt mich meine Familie mit einem Augenzwinkern: „Haben wir eigentlich auch mal einen Termin?“ Wir lachen dann gemeinsam darüber. Denn wir alle wussten, worauf wir uns eingelassen haben.
Natürlich verändert dieses Amt auch den Familienalltag. Meine Frau und unsere beiden Töchter tragen vieles mit – und das ist alles andere als selbstverständlich. Häufig bin ich jetzt abends noch unterwegs oder komme erst nach Hause, wenn die Kinder schon schlafen.
Trotzdem gibt es Momente, die mich besonders berühren. Über dem Bett meiner fünfjährigen Tochter Hayal Lina hängt ein Bild von mir. Nicht, weil sie den Bürgermeister besonders spannend findet, sondern weil ich manchmal noch unterwegs bin, wenn sie schlafen geht. Als sie mir erzählt hat, dass sie dann manchmal auf das Bild schaut, wenn ich ihr keine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen kann, ging mir das schon nahe. In solchen Momenten merkt man, wie wertvoll gemeinsame Zeit ist
Wenn mich heute jemand fragt, wie es mir nach den ersten Wochen im Amt geht, dann antworte ich: Kein Tag ist wie der andere. Die Verantwortung ist groß, der Kalender gut gefüllt – aber ich gehe jeden Morgen mit Freude ins Rathaus.
Denn ich darf täglich daran mitarbeiten, unsere Gemeinde ein Stück lebenswerter zu machen.
Was mich in den vergangenen Wochen besonders beeindruckt hat, sind die vielen Begegnungen mit den Menschen in unserer Gemeinde. Ob bei den Feuerwehren, in unseren Vereinen, Unternehmen, Schulen, Kindergärten, Kirchen oder bei Veranstaltungen – überall treffe ich Menschen, die sich mit Herzblut für Neufahrn engagieren.
Und wenn mich morgen wieder jemand auf der Straße anhält und sagt: ‚Herr Bürgermeister, ich habe nur ganz kurz eine Frage …‘ dann weiß ich schon jetzt: Aus zwei Minuten werden wahrscheinlich wieder zwanzig.
Und genau darauf freue ich mich.

