Eindeutig belegen läßt es sich nicht, aber vieles spricht dafür, dass der kleine Ort Hetzenhausen im hohen Mittelalter einen bedeutenden Sohn hatte. Neidhart von Reuental gehörte zu crème de la crème der Dichter und Minnesänger seiner Zeit. Die Mediävistik stellt ihn in eine Reihe mit Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach. Sowohl Kreisheimatpfleger Rudolf Goerge, als auch Adolf Neuhofer, Verfasser der "Chronik der Ortschaft Hetzenhausen" (1994), gehen davon aus, dass Neidhart zumindest einen Teil seines Lebens in Hetzenhausen oder dessen unmittelbarer Umgebung verbracht hat.

Schwierig ist es für die Heimatforscher auch die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes aus den vorhandenen, frühen Aufzeichnungen herauszufiltern. Zezinhusir, Zezinhusa, Hezinhusa oder Zezinhusen, diese Namen finden sich häufig. Doch ist nicht klar, ob Hetzenhausen oder Etzenhausen im Landkreis Dachau gemeint ist. Neuhofer hat sich auf das Jahr 791 festgelegt. Wohl gab es in dieser frühen Zeit bereits eine Kirche, doch der bauliche Kern der heutigen Hetzenhausener Dorfkirche St. Martin stammt aller Wahrscheinlichkeit nach aus der zweiten Hälfte der 13. Jahrhunderts. Ein Umbau wurde 1709 vorgenommen. Nach 1740, bei der Barockisierung des Innenraumes, hat der legendäre Fürholzener Pfarrherr Johann Jakob Pämer noch selbst die Ärmel hochgekrempelt und mit angefasst. Der skulpturale Schmuck St. Martins ist sehenswert. Er wird Meistern der Münchner Schule gegen Ende des 15. Jahrhundert zugeschrieben. Der Chronist Adolf Neuhofer hat in seiner Arbeit nicht nur akribisch die Spuren Neidhart von Reuentals verfolgt. Wie das Leben auf dem Dorfe noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aussah, läßt sich anhand von Geschichten wie der vom Sauhirten Johann Schwaiger oder jener vom entdeckten Wilderer Lorenz Sommerer recht lebhaft nachvollziehen. 

Neben Adolf Neuhofers "Chronik der Ortschaft Hetzenhausen" enthält auch Helmut Modlmayrs "Chronik der Pfarrei Fürholzen" Wissenswertes über das Dorf und seine Gehöfte