Fürholzen ist nur ein paar Kilometer nordwestlich Neufahrns am Rande des tertiären Hügellandes gelegen.

Wer zu Fuß die kurze Wegstrecke von der Ortsverbindungsstraße nach Hetzenhausen aus zur barocken Pfarrkirche hinaufsteigt, der genießt eine seltene Idylle: das Feuerwehrhaus, der dahinter gelegene Dorfteich, oben dann das renovierte alte Schulhaus und daneben St. Stephanus, das Ensemble ist wie ein Bild aus längst vergangenen Zeiten. Kein Wunder, dass die Fürholzener stolz sind auf ihr Dorf. Diese Heimatverbundenheit haben die Bürgerinnen und Bürger gerade in jüngster Zeit wiederholt bewiesen, nicht zuletzt mit der Gründung eines Bürgerforums. Dessen Mitglieder treten in erster Linie für Ortsverschönerung und Heimatpflege ein. Fürholzen nimmt derzeit am Dorferneuerungsprogramm teil. Eines der wichtigsten Ziele des Vereins war und ist allerdings auch der Kampf um einen funktionsfähigen Lärmschutz zur Autobahn A 9 hin.

Ein Blick zurück in die Geschichte: Die erste urkundliche Erwähnung von Furiholci ("vor dem Holz", vor dem Wald) datiert aus dem Jahr 772. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Pfarrei und der Bau der ersten Kirche. Die Pfarrei wurde als Pfründe an Freisinger Domgeistliche vergeben und zunächst von Hilfspriestern und Vikaren betreut. Die geistlichen Herren waren es auch, die Fürholzens Entwicklung jahrhundertelang maßgeblich prägten. Fast schon legendär ist der Pfarrherr Johann Jakob Pämer, der 1719 sein Amt antrat. "Eine vielseitig gebildete, reich begabte und arbeitsfreudige Persönlichkeit", stellt Helmut Modlmayr in seiner "Chronik der Pfarrei Fürholzen" (1971) lobend über ihn fest. Pämers Anregung ist, unter vielem anderen mehr, der Bau der neuen Pfarrkirche 1723 zu verdanken. Johann Aigner, Pfarrherr ab 1839, machte sich für den Bau einer Schule am Ort stark. Ihm war der Erfolg zwar noch versagt. Sein Nachfolger Josef Grob führte das begonnene Werk dann 1852 zu Ende. Wie vielseitig die Pfarrherrn damals wirkten, zeigt sich an seinem Beispiel: Er setzte sich für Kultivierungsmaßnahmen im Moosachgebiet ebenso ein wie für den Straßenbau. In seine Ägide fielen die Restaurierung der Pfarrkirche im Jahr 1857 und die Anschaffung einer ersten Orgel zur Gestaltung der heiligen Messe.  

Wer Details aus der langen Geschichte Fürholzens wissen möchte, gerne Anekdoten aus dem dörflichen Leben liest und sich für alte Ansichten interessiert, der schlägt am besten in Ernst Kellers 1999 erschienenen Chronik nach: "Fürholzen. Geschichte(n) eines alten Dorfes"