Wann kann man den Familiennamen eines Kindes ändern?  

Es gibt nach dem BGB einige Tatbestände, die eine Änderung des Familiennamens eines Kindes ermöglichen.
In den meisten Fällen erfolgen diese Änderungen durch eine Erklärung, die öffentlich zu beglaubigen oder zu beurkunden ist.
Die Zuständigkeit für die Entgegennahme der unten aufgeführten Erklärungen zur Namensführung des Kindes liegt bei dem Standesamt, welches das Geburtsregister führt. Ist die Geburt nicht in einem deutschen Geburtsregister beurkundet, ist das Standesamt des Wohnsitzes zuständig. Ergibt sich auch daraus keine Zuständigkeit, ist das Standesamt I in Berlin zuständig.
Die Erklärung kann auch bei dem Standesamt des inländischen Wohnsitzes oder der örtlich zuständigen deutschen Auslandsvertretung abgegeben und von dort zur Entgegennahme an das registerführende Standesamt weitergeleitet werden.

Folgende Unterlagen sind von den Eltern vorzulegen:
(die Vorlage weiterer Unterlagen kann im Einzelfall notwendig sein)

  • Geburtsurkunden der Mutter und des Vaters
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • ggf. Nachweis zur Eheschließung der Eltern
  • ggf. Vaterschaftsanerkenntnis
  • ggf. Nachweis zur gemeinsamen elterlichen Sorge
  • Reisepässe oder Ausweise beider Elternteile und des Kindes  

Namensänderung bei Namenswechsel eines oder beider Elternteile (§ 1617 c BGB)  

  • Haben die Eltern nachträglich einen Ehenamen bestimmt,
  • hat sich der Ehename geändert oder
  • führt ein Kind den Familiennamen eines Elternteils und hat sich dieser Familienname auf andere Weise als durch Eheschließung geändert,

so erstreckt sich diese Änderung automatisch auf das Kind, wenn es noch unter fünf Jahre alt ist. Ist es bereits älter, so ist für die Namensänderung des Kindes eine Erklärung erforderlich. 

Neubestimmung des Familiennamens des Kindes nach Erwerb der gemeinsamen Sorge (§ 1617 b Abs. 1 BGB)  

Haben die Eltern die Sorge für ihr Kind nicht gleich bei der Geburt gemeinsam, sondern erst nachträglich durch Abgabe einer Sorgeerklärung oder durch Eheschließung erworben, so können sie den Familiennamen ihres Kindes durch Erklärung neu bestimmen. Dabei ist zu beachten, dass dies bei Wohnsitz im Inland innerhalb von drei Monaten nach Erwerb der gemeinsamen Sorge erfolgen muss.
Liegt Ihr Wohnsitz im Ausland, so muss die Erklärung innerhalb eines Monats nach Rückkehr in das Inland abgegeben werden.

Namensänderung unter Beibehaltung der alleinigen elterlichen Sorge eines Elternteils (§ 1617 a Abs. 2 BGB)  

Steht einem Elternteil die alleinige elterliche Sorge zu, so kann das Kind dennoch den Familiennamen des nicht sorgeberechtigten Elternteils führen. Diese Änderung des Familiennamens wird als Namenserteilung bezeichnet. Eine entsprechende Erklärung sollte zusammen mit dem nicht sorgeberechtigten Elternteil abgegeben werden, da dessen Einwilligung zu dieser Form der Namensänderung erforderlich ist.  

Einbenennung (§ 1618 BGB)  

Möchte ein Elternteil einem Kind zusammen mit seinem (neuen) Ehegatten, der nicht Elternteil dieses Kindes ist,

  • seinen Ehenamen erteilen oder
  • dem bisherigen Familiennamen des Kindes den Ehenamen hinzufügen,  

so ist dies durch Erklärung unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • das Kind lebt im Haushalt dieses Elternteils und dessen Ehegatten und
  • der andere Elternteil willigt in die Namensänderung ein, sofern das Kind bisher seinen Familiennamen führte oder er gemeinsam mit Ihnen die elterliche Sorge hat.

Die Einwilligung des anderen Elternteils kann zum Wohle des Kindes durch das Familiengericht ersetzt werden. Nähere Informationen hierzu erteilt das zuständige Familiengericht. 

Sonstige Namensänderungen  

Das Standesamt Neufahrn b. Freising bearbeitet auch die nachfolgend genannten Namensänderungen, soweit sich der zugrunde liegende Personenstandsfall in Neufahrn ereignet oder ein Betroffener hier seinen Wohnsitz hat: 

  • Bestimmung eines Ehenamens nach der Eheschließung
  • Bestimmung/Widerruf eines Doppelnamens
  • Wiederannahme des früheren Geburts- oder Familiennamens
  • Änderung und Angleichung von Namen bei Deutschen mit Migrationshintergrund  

Bitte erkundigen Sie sich in diesen Fällen persönlich oder telefonisch nach den erforderlichen Unterlagen.  

Bei einer Wiederannahme des früheren Geburts- oder Familiennamens ist zu beachten: leiten Kinder ihren Familiennamen vom Ehenamen der Eltern ab und nimmt z. B. die Mutter nach einer Scheidung wieder ihren Geburts- oder früheren Familiennamen an, können die Kinder dieser Namensänderung der Mutter nicht folgen. 

Die genannten Namenserklärungen sind persönlich abzugeben und grundsätzlich gebührenpflichtig. In der Regel beträgt die Gebühr 25,00 €, zusätzlich kommen 10,00 € für die Ausstellung einer entsprechenden Bescheinigung als Nachweis über die erfolgte Änderung hinzu. Die Beazhlung erfolgt per EC-Karte.

Öffentlich-rechtliche Namensänderungen  

Bei den vorstehend genannten Erklärungen handelt es sich um privatrechtliche Erklärungen zur Namensführung nach dem BGB.
Sofern eine Änderung nicht über die Abgabe einer privatrechtlichen Namenserklärung erreicht werden kann, besteht noch die Möglichkeit, eine öffentlich-rechtliche Namensänderung zu beantragen.
Über die Voraussetzungen und Erfolgsaussichten einer öffentlich-rechtlichen Namensänderung sollte man sich jedoch vor Antragstellung bei der zuständigen Behörde erkundigen. Für den Bereich der Gemeinde Neufahrn b. Freising ist das Landratsamt Freising, Sachgebiet 35, Personenstands-/ Staatsangehörigkeitswesen, zuständig.