Projekt "Roter Graben"

Projekt "Roter Graben"

Dieser wurde als Entwässerungsgraben vor rund 90 Jahren angelegt, um das Moos für die Landwirtschaft besser nutzen zu können. Die Quelle entspringt an einem Hang bei Fürholzen, der Bach fließt durch das Obere Mösl, die Pfannenwiesen, wird durch einen Düker unter der Moosach geführt und mündet beim Petrihof in den Mieskanal. Wegen Hochwassergefahr wurde vor ungefähr 50 Jahren sogar ein 2. Arm abgeleitet. Die Gesamtlänge beider Arme beträgt schätzungsweise mehr als 6 km.

Dieser Graben galt früher als sehr fischreich, er verschlammte jedoch durch einfallende Äste, Laub und Sedimenteintrag sehr stark. Stellenweise trocknete der Bach aus.

Mit einer sehr einfachen Methode brachten einige Mitglieder der örtlichen Agenda21 den Bach wieder zum Fließen und erreichten an beiden Armen fast die volle Durchlässigkeit. Durch „mittiges Gehen" im Bach wird der Bodenschlamm losgetreten und lagert sich an Gleituferstellen ab. Eine schmale Rinne entsteht, die Eigendynamik des Gewässers erhöht sich. Zudem werden mit Kompostkrallen eingefallene Äste und Laub am Ufer abgelegt. 

In diesem ersten arbeitsintensiven Jahr verbrachten die Helfer ungefähr 200 Stunden im Bach.

Auf dem am Rand abgelagerten Schlamm zeigten sich der gemeine Froschlöffel, bittersüße Nachtschatten, Igelkolben und Blut-Weiderich. Gebänderte Prachtlibellen, Blauflügel-Prachtlibellen und große Königslibellen wurden gesichtet. Im Quellbereich entdeckten wir kleine Fische, deren Artenbestimmung noch aussteht.

Die Durchgängigkeit ist erreicht, es bedarf jedoch noch weiterer Begehungen. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich unsere Bachgruppe vergrößern würde. Wathosen und Arbeitsgerät werden gestellt.

Roter Kanal zwischen Neufahrner Straße und Moosmühlenweg: durch Gebüsch und Bäume, deren Geäst weit in den Bach ragten, wurde der Bach verstopft. Laubfall und Bodeneintrag von den Rändern führten zur starken Verschlammung.

Durch Auslichtung des Gehölzes, Ausräumen und Begehen wurde die Fließgeschwindigkeit und damit die Selbstreinigungskraft des Baches erhöht.

Der Ölkanal vom Fahrradweg nach Massenhausen: Geäst und Verschlammung beeinträchtigten die Fließgeschwindigkeit des Baches.

Nach dem Einsatz der Bachgruppe „freier Lauf" für den Bach.

Auch starker Gras- und Staudenbewuchs (Schilf, Brennnessel, Kratzbeere uva.) oder Äcker, die bis zum Bachrand bewirtschaftet werden, beeinträchtigen den Bach sehr.

Durch Freilegen des Bachufers kommt Licht und Luft an den Bach und Libellen werden angelockt.

Das Wasser muss noch da durch, um über den Schörgenbach, oder auch Schirmbach genannt, in die Isar zu gelangen.

Stück für Stück erobert der Bach sich seinen Weg geschafft. Bachforellen und andere Fische haben den neuen, alten Bach - Schörgengraben - zwischen Fischerhäuser und Erching schon angenommen.

Bachpflege dient nicht nur dem Hochwasserschutz sondern auch dem Naturschutz.


Hochwasser an der Neufahrner Straße 1952
Hochwasser an der Neufahrner Straße 1952


Ideale Kinderstube für Isar-Fische





















Schätze, die bei der Bachpflege zum Vorschein gekommen sind:

Gebänderte Prachtlibelle
Blaupfeil
Blauflügelige Prachtlibelle
Gestreifte Quelljungfer