Die Agenda 21 möchte Erfahrungen, Ideen und Fachwissen von Neufahrner Bürger/-innen für die Entwicklung unserer Gemeinde nutzbar machen. Dazu treffen sich Arbeitskreise (AK) und Projektgruppen (PG) regelmäßig, um Vorschläge und Handlungskonzepte zu ihren Themenbereichen zu erarbeiten.

Bei den vierteljährlich stattfindenden Vollversammlungen berichten die einzelnen Gruppen aus ihren Themenbereichen. Anträge, Vorschläge und Handlungskonzepte werden nach positiver Beschlussfassung in der Vollversammlung an die Gemeinde weitergegeben. Die Vollversammlungen und Arbeitskreis-Treffen sind für alle an einer nachhaltigen, umwelt- und sozialver-träglichen Entwicklung ihrer Gemeinde interessierten Bürger/-innen offen, neue Mitarbeiter/-innen sind jederzeit herzlich willkommen. Für nähere Informationen stehen die genannten Personen gerne zur Verfügung. Auch mit speziellen Anliegen oder Fragen zu den jeweiligen Themen können Sie sich gerne an die Sprecher/-innen wenden.

Die Neufahrner Agenda 21 geht zurück auf ein Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, das in Rio im Jahr 1992 von der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen beschlossen wurde. Es sieht auf kommunaler Ebene die Integration von ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekten in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens vor, wobei notwendige Erfolge nicht nur von den politischen Rahmenbedingungen, sondern auch von der Bereitschaft jedes Einzelnen zu einer Bewusstseins- und Verhaltensänderung abhängen.  

Hierzu möchte die Anfang 1997 unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters Rainer Schneider gegründete und im Juli 1999 durch Gemeinderatsbeschluss offiziell errichtete Neufahrner Agenda 21 mit ihren Arbeitskreisen und Projektgruppen unter der Leitung der jeweiligen Sprecher/-innen ihren Beitrag leisten.

Broschüre "Umweltlernorte"

Mit den Kindern mal wieder Froschgequake hören, in ein Bienenvolk hineinschauen, vor Ort erkunden, wo das Trinkwasser herkommt: Wer hätte das nicht schon einmal gewollt?
Häufig fehlt es jedoch an Informationen über geeignete Stellen in der Natur, über Einrichtungen oder Ansprechpartner. Solche Umweltlernorte werden in der neuen Broschüre vorgestellt. Die Broschüre soll Anreiz geben, die Natur unserer Heimat zu erkunden und den Wert von Natur und Umwelt in direkter Umgebung wertzuschätzen. 

Das Infoheft ist kostenlos im Rathaus, in der Gemeindebibliothek sowie in der VHS erhältlich.

Projekt "Roter Graben"

Dieser wurde als Entwässerungsgraben vor rund 90 Jahren angelegt, um das Moos für die Landwirtschaft besser nutzen zu können. Die Quelle entspringt an einem Hang bei Fürholzen, der Bach fließt durch das Obere Mösl, die Pfannenwiesen, wird durch einen Düker unter der Moosach geführt und mündet beim Petrihof in den Mieskanal. Wegen Hochwassergefahr wurde vor ungefähr 50 Jahren sogar ein 2. Arm abgeleitet. Die Gesamtlänge beider Arme beträgt schätzungsweise mehr als 6 km.

Dieser Graben galt früher als sehr fischreich, er verschlammte jedoch durch einfallende Äste, Laub und Sedimenteintrag sehr stark. Stellenweise trocknete der Bach aus.

Mit einer sehr einfachen Methode brachten einige Mitglieder der örtlichen Agenda21 den Bach wieder zum Fließen und erreichten an beiden Armen fast die volle Durchlässigkeit. Durch „mittiges Gehen" im Bach wird der Bodenschlamm losgetreten und lagert sich an Gleituferstellen ab. Eine schmale Rinne entsteht, die Eigendynamik des Gewässers erhöht sich. Zudem werden mit Kompostkrallen eingefallene Äste und Laub am Ufer abgelegt. 

In diesem ersten arbeitsintensiven Jahr verbrachten die Helfer ungefähr 200 Stunden im Bach.

Auf dem am Rand abgelagerten Schlamm zeigten sich der gemeine Froschlöffel, bittersüße Nachtschatten, Igelkolben und Blut-Weiderich. Gebänderte Prachtlibellen, Blauflügel-Prachtlibellen und große Königslibellen wurden gesichtet. Im Quellbereich entdeckten wir kleine Fische, deren Artenbestimmung noch aussteht.

Die Durchgängigkeit ist erreicht, es bedarf jedoch noch weiterer Begehungen. Deshalb würden wir uns freuen, wenn sich unsere Bachgruppe vergrößern würde. Wathosen und Arbeitsgerät werden gestellt.




Roter Graben 01

Roter Kanal zwischen Neufahrner Straße und Moosmühlenweg: durch Gebüsch und Bäume, deren Geäst weit in den Bach ragten, wurde der Bach verstopft. Laubfall und Bodeneintrag von den Rändern führten zur starken Verschlammung.



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Durch Auslichtung des Gehölzes, Ausräumen und Begehen wurde die Fließgeschwindigkeit und damit die Selbstreinigungskraft des Baches  erhöht.



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Der Ölkanal vom Fahrradweg nach Massenhausen:

Geäst und Verschlammung beeinträchtigten die Fließgeschwindigkeit des Baches.



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Nach dem Einsatz der Bachgruppe „freier Lauf" für den Bach.

 


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Auch starker Gras- und Staudenbewuchs (Schilf, Brennnessel, Kratzbeere uva.) oder Äcker, die bis zum Bachrand bewirtschaftet werden, beeinträchtigen den Bach sehr.

 


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Durch Freilegen des Bachufers kommt Licht und Luft an den Bach und Libellen werden angelockt.



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u. a. die gebänderte Prachtlibelle

 

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und Blaupfeil.

 


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Das Wasser muss noch da durch, um über den Schörgenbach, oder auch Schirmbach genannt, in die Isar zu gelangen.

 

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Stück für Stück erobert der Bach sich seinen Weg geschafft. Bachforellen und andere Fische haben den neuen, alten Bach - Schörgengraben - zwischen Fischerhäuser und Erching schon angenommen.



Weitere Schätze, die bei der Bachpflege zum Vorschein kommen:

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Igelkolben

 

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Blauflügelige Prachtlibelle

 

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Gestreifte Quelljungfer

 

 

Also Bachpflege dient nicht nur dem Hochwasserschutz

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Hochwasser an der Neufahrner Straße 1952

 

sondern auch dem Naturschutz

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